Dienstag, 12. Mai 2015

*Rezension* Der Himmel über Berkley Park

Quelle: Droemer Knaur


  
Titel: Der Himmel über Berkley Park
Originaltitel: -
Einzelband
Autor: Amy Forster
Verlag: Droemer Knaur 
Ausgabe: Klappenbroschur
Seitenzahl: 480
Erschienen: 02.02.2015
Preis: 14,99 € (D)
ISBN: 978-3-426-51481-8
Zwei Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, begegnen sich auf dem englischen Landsitz Berkeley Park: das englische Dienstmädchen Ella, die durch einen Unfall ihr Gedächtnis verlor, und die deutsche Adlige Auguste, die mit ihren Eskapaden das ganze altehrwürdige Haus auf den Kopf stellt. Beide Frauen kämpfen in einer Zeit, in der Europa auf den Ersten Weltkrieg zusteuert, auf unterschiedliche Arten um ihr Glück. Doch eine Gemeinsamkeit wird die zwei für immer verbinden: Die Liebe zu Augustes Ehemann Rhys.
[Quelle: Droemer Knaur]

Historische Romane können mich immer wieder verzaubern und mit auf eine spannende Zeitreise nehmen. Deshalb freue ich mich immer wieder, wenn ich eines in die Hände bekomme. Dennoch muss ich zugeben, dass mich der Klappentext zu "Der Himmel über Berkley Park" nicht sofort überzeugt hat, da er für meinen Geschmack etwas zu kitschig ist. Weil ich aber von der Autorin und ihren exotischen, historischen Büchern, die sie unter dem Pseudonym Isabel Beto veröffentlicht hat, begeistert bin, wusste ich, dass sich der Blick ins Buch lohnen würde.

Ich wurde nicht enttäuscht. Der Schreibstil der Autorin ist wie immer sehr angenehm und lässt einen mitten in die Geschichte abtauchen. Sie findet für mich die richtige Balance zwischen detailliert aber nicht zu ausführlichen seitenlangen Schilderungen. Zwar fehlen mir dieses Mal ein bisschen die grandiosen, exotischen Landschaftsbeschreibungen, dafür geht die Autorin toll auf die Gefühle und Emotionen der Charaktere ein.

Die Charaktere in "Der Himmel über Berkley Park" sind überhaupt sehr spannend und abwechslungsreich. Ein Klischee erfüllen sie definitiv nicht. Da ist zum einen die deutsche Auguste, die mit ihrer exzentrischen und emanzipierten Art den traditionsbewussten Adel aufwirbelt. Dadurch bringt sie einen zu Beginn immer wieder zum Schmunzeln. Dies wandelt sich allerdings im Laufe des Buches. Man muss feststellen, dass Auguste vor allem auf ihr eigenes Wohl achtet und dabei keine Rücksicht auf andere nimmt. Dazu kommt, dass sie immer mehr in ihrer Kunst, ihrer Parallelwelt, versinkt und diese über alles stellt. Obwohl sie mir durch diese Eigenschaften nicht sympathisch ist, so finde ich ihre Entwicklung doch sehr interessant. Augustes Obsession mit der Kunst und ihre daraus resultierende Entwicklung macht sie zu einem außergewöhnlichen Charakter, der mir so noch nie in einem Buch untergekommen ist. Der Autorin gelingt es hierbei sehr gut, ihre Gefühle und Gedanken realistisch und nachvollziehbar darzustellen, auch wenn ich mich nicht mit ihr identifizieren kann.

Ella ist im Gegensatz zu Auguste sehr zurückhaltend und lässt sich nicht so richtig auf das Leben ein. Ihre Amnesie macht ihr sehr zu schaffen und als Leser möchte man sie am liebsten anstupsen und ihr Mut machen ihr Leben wieder in Angriff zu nehmen. Auch ohne den konfliktreichen, spannenden Plot um ihre Amnesie ist sie ein facettenreicher Charakter.
Rhys erscheint auf den ersten Blick nicht sehr außergewöhnlich, aber je mehr man ihn und seinen Lebenshunger kennenlernt, umso einzigartigere Seiten erkennt man in ihm. Im Roman hat er mit einigen dramatischen Ereignissen zu kämpfen und es ist spannend seinen Wandel zu beobachten.

"Der Himmel über Berkley Park" ist zu einer konfliktreichen Zeit angesiedelt, kurz vor dem Ersten Weltkrieg. Besonders zwischen Deutschland und Großbritannien gibt es große Spannungen, die sich auch in der Beziehung zwischen Auguste und ihrer britischen Schwiegermutter wiederspiegeln. Historisch ist der Roman auch in Hinsicht auf die Kolonien Großbritanniens interessant, da man durch die Vergangenheit von Rhys Vater in Indien viel über die damaligen Zustände erfährt.

Insgesamt hat die Handlung ihre Höhen und Tiefen. Besonders der Anfang und das Ende sind sehr spannend, während es sich in der Mitte (vor allem auf Grund von Augustes Zustand) etwas zieht. Dennoch sind gerade Augustes Versinken in der Kunst und die Amnesie Ellas spannende und außergewöhnliche Handlungsstränge, die den Roman vorantreiben.
Die Liebesgeschichte und das Ende können zwar nicht sehr überraschen, trotzdem fiebert man mit den Hauptcharakteren mit.

"Der Himmel über Berkley Park" hat wirklich ein zauberhaftes Cover. Farblich ist es sehr freundlich und sommerhaft gestaltet, so dass man sofort Lust bekommt zum Buch zu greifen. Mit dem Anwesen im Hintergrund und der Frau im Auto passt es auch wunderbar zum Inhalt.

"Der Himmel über Berkley Park" ist ein historischer Roman, der mich mit einzigartigen Charakteren gut unterhalten konnte. Die historische Lage und einige Wendungen lassen einen gespannt die Seiten umblättern. Trotz der etwas zähen Mitte und dem fehlenden Identifikationspotential mit Auguste überzeugt mich die Autorin mit "Der Himmel über Berkley Park" erneut. Für Liebhaber von historischen Romanen zum Ende des Kaiserreichs und zur Zeit des British Empire definitiv empfehlenswert!

Sonntag, 10. Mai 2015

*Kurz & Knapp* City of Bones, Un secret, Wer liebt mich und wenn nicht, warum?


http://www.arena-verlag.de/artikel/city-bones-978-3-401-06132-0
Quelle: Arena

In den letzten paar Jahren konnte man kaum an Cassandra Clare und ihren Büchern vorbeikommen. Dennoch hat es eine Weile gedauert, bis ich mich an eines ihrer Werke getraut habe. Ich war ziemlich skeptisch, ob der Hype um ihre Bücher wirklich gerechtfertigt ist. Nach dem Lesen bin ich da allerdings noch immer zwiegespalten.

Zum einen ist die Schattenwelt faszinierend und es war spannend und hat Spaß gemacht sie zu entdecken. Außerdem sind mir ein paar Charaktere sehr ans Herz gewachsen. Leider waren es nicht die Hauptcharaktere. Clary und Jace sind mir des Öfteren regelrecht auf die Nerven gegangen, Clary wegen ihrer Naivität und Jace wegen seiner Arroganz und Unreife. Umso mehr haben mit dafür Alec, Izzy und Magnus gefallen.

Zudem zieht sich das Buch an einigen Stellen, so dass die Handlung ein ständiges Auf und Ab ist. Mal kann man "City of Bones" nicht aus der Hand legen, mal muss man sich zum Weiterlesen regelrecht zwingen.

Ich bin dennoch gespannt auf Band 2 und hoffe, dass meine Lieblingscharaktere häufiger auftauchen und die Handlung den Spannungsbogen halten kann.


Quelle: Boje

Mara Andeck hat mich bereits mit dem ersten Teil von Lilias Tagebuch Reihe bestens unterhalten. Mit einer guten Portion Humor und einer neugierigen, sympathischen Protagonistin hat mich "Wen küss ich und wenn ja, wie viele?" auflachen und nach Nachschub rufen lassen.

Mit "Wer liebt mich und wenn nicht, warum?" kommt dieser Nachschub auf herrlich ehrliche und lustige Weise daher. Lilia ist ein Mädchen, in dem man sein eignes Teenager-Ich in Stücken wiederfindet. So vieles gibt es noch zu erfahren und zu entdecken, gleichzeitig aber auch so viele Fettnäpfchen, die nur darauf warten, dass man hineintritt. Lilia wird davon genauso wenig verschont wie jeder andere. Ihre Art damit umzugehen lässt einen aber immer wieder Schmunzeln.

Insbesondere da sie nun in einem Naturreservat versucht das Liebesfiasko aus dem ersten Band wieder gut zu machen und ihren Sandkastenfreund Tom doch noch rum zu kriegen. Typisch Lilia lässt sie sich dabei so einiges einfallen, muss sich aber dem Gegenwind von ihrer Rivalin Vicky stellen. Klar, dass dabei nicht alles nach Plan verläuft.

Unglaublich witzig, ehrlich und typisch Lilia - ganz klar, ich habe mit "Wer liebt mich und wenn nicht, warum?" noch nicht genug und brauche noch mehr Lilia-Power.

 


http://www.reclam.de/detail/978-3-15-019731-8/Grimbert__Philippe/Un_secret
Quelle: Reclam

Für das Französisch Abi stand für mich "Un secret" von Philippe Grimbert auf dem Plan. Eine Autobiografie über einen Jungen, der nach dem zweiten Weltkrieg in Frankreich aufwächst und sich in seiner Haut überhaupt nicht wohlfühlt. Erst nachdem er nach und nach das tragische Geheimnis seiner Eltern aufdeckt, lernt er sich selbst und seine Familie kennen und akzeptieren.

Die Thematik an sich ist ohne Frage sehr interessant und spannend. Allzu oft wird vergessen, welche Auswirkungen der Zweite Weltkrieg auf die Nachkriegsgenerationen hatte. Philippes Geschichte ruft einem dies ins Gedächtnis.

Der Autor hat einen sehr eigenen und besonderen Schreibstil, der, wenn einmal die Sprachbarriere überwunden ist, dem Roman eine faszinierende Atmosphäre gibt. Zeitsprünge und Andeutungen machen den Leser gespannt, welches Geheimnis Philippe erwartet. Trotzdem fiel es mir ziemlich schwer besonders den jungen Philippe zu verstehen. Zudem zieht sich die Geschichte an einigen stellen. Sehr gut gefallen hat mir allerdings der psychologische Aspekt des Werkes.

Eine Autobiografie, die definitiv Aufmerksamkeit verdient hat und interessante, mitreisende Einblicke in ein Schicksal gibt, das leider kein Einzelfall war.